Das finnische Babypaket wird in Finnland seit 1938 an Familien verschickt, die ein Baby erwarten. Ursprünglich war es für Familien mit geringem Einkommen gedacht. Finnland war ein armes Land mit hoher Säuglingssterberate und geringer Geburtenrate. Um das Babypaket zu erhalten, mussten werdende Mütter bis zum vierten Schwangerschaftsmonat zum Gynäkologen oder zur Hebamme. Die Unterstützung hat sich für den Staat letztendlich ausgezahlt – durch die bessere medizinische Versorgung und die wirtschaftliche Unterstützung kam es zu einer höheren Geburtenrate und einer rückläufigen Säuglingssterblichkeit.

Aber was ist alles in der Box?

Neben Kleidung, einem Schlafsack, einer Ausrüstung für draußen, Windeln, Badekosmetik und Bettzeug enthält das finnische Babypaket auch eine kleine Matratze. Mit dieser Matratze lässt sich die Box, in der die ganzen Sachen geliefert werden, ganz einfach zu einem Babybettchen umfunktionieren, das für die ersten Wochen gute Dienste leistet. In den letzten Jahrzehnten schliefen viele Babys in ihrer Babybox. Praktisch auch für unterwegs, in der Box kann alles verstaut werden, was Baby braucht und am Ende kann die Box als kleines Reisebettchen dienen. Wer möchte, kann sich anstelle des Paketes auch einen Zuschuss auszahlen lassen. Aber der Geldbetrag ist bei Weitem geringer als der Wert des Babystartsets, und so entscheiden sich 95 Prozent der werdenden Mütter bei ihrem ersten Baby für das Babypaket.

Die Babybox – ein Symbol

Die Babybox enthält absichtlich kein Babyfläschchen, was die werdenden Mütter dazu anregen soll, ihr Baby zu stillen. Das Babypaket enthält auch ein Bilderbuch, man sagt, dass dies einen positiven Effekt auf das Lernverhalten der Kinder haben soll. Auf jeden Fall ist die finnische Babybox ein Symbol. Kinder sind wichtig und alle Kinder sind gleich viel wert.

Ein ähnliches Prizip wie das des kostenlosen finnischen Babypakets verfolgt das System kahnu, die Abkürzug für kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst. kahnu & kehl bieten unter anderem Dienstleistungen wie Segnungen und Taufen, Hochzeiten und Handwerksarbeiten an – die Gegenleistung legt der Auftraggeber fest.

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